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Dienstag, Mai 21, 2024

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2023 war gutes Jahr für den Schweizer Detailhandel

Wie die Jahresauswertung der SWISS RETAIL FEDERATION zu den Debit- und Kreditkartentransaktionen darlegt, zeigt sich der Detailhandel von seiner robusten Seite und dürfte umsatzmässig im Bereich des Vorjahres abschliessen. Auch beim Weihnachtseinkauf ist angesichts der unglücklichen Kalendersituation und des schlechten Wetters ein befriedigendes Resultat zu verzeichnen. Die von einigen Umfragen prognostizierten Einbrüche der Weihnachtseinkäufe um bis zu 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr sind nicht eingetroffen.

Inflation, Krieg in der Ukraine und im Nahen Osten, Energiekrise, Rezessionsängste: Die externen Rahmenbedingungen für ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2023 im Schweizer Detailhandel waren alles andere als erfolgversprechend. Nichtsdestotrotz dürften die Detailhändler mit einem zufriedenstellenden Jahresergebnis abschliessen. Die Konsumentinnen und Konsumenten in der Schweiz liessen sich nicht über Gebühr vom turbulenten Umfeld verunsichern. Einmal mehr erweist sich die Binnennachfrage als äusserst robustes und stabilisierendes Element der schweizerischen Volkswirtschaft – nicht zuletzt dank der nach wie vor relativ hohen Kaufkraft.

Food-Sparte war Treiber

Die definitiven Umsatzzahlen für 2023 liegen zwar noch nicht vor, aber anhand der Auswertung der Debit- und Kreditkartentransaktionen zeichnet sich ab, dass sich das Detailhandelsjahr 2023 umsatzmässig in etwa im Bereich des Vorjahres bewegt. «Besonders das erste Halbjahr lag klar über den Erwartungen und konnte den eher schwachen Herbst mehr als kompensieren. Einzelne, wetterbedingt schwächere Monate wurden innerhalb des Jahres wieder aufgeholt», hält Dagmar Jenni, Direktorin der SWISS RETAIL FEDERATION fest.

Anders als noch 2022, stellte 2023 nicht die Non-Food-, sondern die Food-Sparte den Wachstumstreiber im Detailhandel dar. Während der Food-Sektor über das ganze Jahr hinweg eine deutliche Wachstumsdynamik zeigte, deuten die Debit- und Kreditkartentransaktionen auf Umsatzrückgänge im Non-Food-Bereich für das zweite Halbjahr 2023 hin. Im Weiteren zeigte sich der stationäre Handel wie schon im Vorjahr dynamischer als der Online- Handel – der Anteil des stationären Handels am gesamten Detailhandel könnte sich das zweite Jahr in Folge erneut erhöhen.

Zufriedenstellendes Weihnachtsgeschäft

In der Adventszeit wurden im Rahmen mehrerer Umfragen teils massive Umsatzrückgänge für das Weihnachtsgeschäft in der Höhe von bis 20 Prozent und mehr gegenüber dem Vorjahr prognostiziert. Diese Hiobsbotschaften sind definitiv nicht eingetroffen. Die vorliegenden Zahlen zu den Debit- und Kreditkartentransaktionen zeigen insgesamt leicht tiefere Detailhandelsumsätze als im vorjährigen Weihnachtsgeschäft.

Während das Novembergeschäft mit einem Plus von 3,6 Prozent deutlich besser abschnitt, schloss der bedeutendere Dezember aufgrund der unglücklichen Kalendersituation (24. und 31. Dezember waren Sonntage) sowie des meist nasskalten Wetters mit einem Minus von 1,3 Prozent leicht schlechter ab als der Vorjahresmonat.

Marktumfeld bleibt herausfordernd

Die vorliegende Auswertung zeigt, dass sich der Schweizer Detailhandel in einem sehr herausfordernden Marktumfeld äusserst kompetitiv bewegt. Ob das Umsatzniveau auch 2024 gehalten werden kann, ist jedoch alles andere als gewiss. Der Wettbewerbs- und Margendruck bleibt angesichts der starken internationalen Konkurrenz (Online-Marktplätze) unvermindert hoch – mit einer weiteren Konsolidierung im Schweizer Markt muss gerechnet werden.

Der Einkaufstourismus hat bereits 2023 deutlich an Fahrt gewonnen und könnte sich aufgrund des kontinuierlich sinkenden Euro-Kurses weiter verschärfen. Nebst der gesamteuropäisch nach wie vor schlechten Konsumentenstimmung belasten auch die hohen Beschaffungs-, Logistik- und Energiepreise sowie die ungebrochene staatliche Regulierungswut die Branche, weswegen gemäss SWISS RETAIL FEDERATION-Branchenbarometer über ein Drittel der Detailhandelsunternehmen mit einem unterdurchschnittlichen Ergebnis für 2024 rechnen. Vieles werde davon abhängen, wie sich die militärischen Konflikte in der Ukraine und im Nahen Osten, die Resilienz der Lieferketten sowie die Inflation in und ausserhalb der Schweiz entwickeln, so die Mitteilung weiter.

Schaffhausen24, Originalmeldung SWISS RETAIL FEDERATION

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