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Freitag, Februar 23, 2024

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Händler erwarten erfolgreichen Black Friday

Trübe Konsumentenstimmung und hohe Inflationsrate hin oder her: Am Black Friday dürften sich Shoppingwütige auch in diesem Jahr mit Schnäppchen eindecken.

Wie viele Trends aus den USA ist der Black Friday aus der Schweiz kaum mehr wegzudenken. Der dritte Freitag im November, der von den Amerikanern als Brückentag nach Thanksgiving genutzt wird, läutet das Weihnachtsgeschäft ein. Nach sieben Jahren hat er sich auch hierzulande als einer der verkaufsstärksten Tage im Detailhandel etabliert.

Bei der Migros-Tochter Melectronics etwa sind die Verkäufe am Black Friday in der Regel zehnmal so hoch wie an einem normalen Freitag, wie es auf Anfrage heisst. Bei Brack.ch gibt ein Sprecher an, der Rabatttag mache einen niedrigen einstelligen Prozentsatz am Jahresumsatz aus. Und zusammen mit dem darauf folgenden Weihnachtsgeschäft seien die letzten paar Wochen des Jahres sogar für knapp einen Drittel des Jahresumsatzes verantwortlich.

Das zeigt exemplarisch, wie wichtig der Tag für viele Detailhändler geworden ist. «Der Black Friday hat in den letzten Jahren klar an Bedeutung gewonnen», bestätigt auch der Geschäftsführer des Schweizer Handelsverbandes, Patrick Kessler, der mit den Händlern im ständigen Kontakt ist und über die Trends des Detailhandels wie kaum ein Zweiter Bescheid weiss.

Jobsicherheit stützt Konsumfreude

Experten gehen davon aus, dass der Tag auch dieses Jahr die Massen anziehen wird, obwohl die Konsumentenstimmung aktuell so tief ist wie noch nie seit Beginn der Erhebung Anfang der Siebzigerjahre. «Das Konsumpotenzial in der Schweiz ist trotz eingetrübter Konsumentenstimmung hoch. Das liegt daran, dass die Jobsicherheit nach wie vor gut ist», erklärt die CS-Ökonomin Meret Mügeli, die sich mit dem Detailhandel befasst, diese Einschätzung.

Hinzu kommt laut Kessler, dass die Inflation hierzulande noch nicht wirklich auf das Portemonnaie drückt. «Ich bin darum überzeugt, dass das Black-Friday- und Weihnachtsgeschäft gut laufen werden», sagt er.

Auch eine Umfrage, die der Detailhandelsverband Swiss Retail Federation zusammen mit der Schnäppchen-App Profital durchgeführt hat, zeigt, dass die Einwohner der Schweiz auch in diesem Jahr nicht auf den Shopping-Spass verzichten möchten. 89 Prozent der Befragten gaben an, am Black Friday einzukaufen.

Zuversichtliche Händler

Hört man sich bei den Schweizer Detailhändlern um, zeigt sich, dass auch sie für den Tag fast durchwegs zuversichtlich sind. Bei Mediamarkt etwa rechnet man mit «mindestens so vielen Verkäufen wie letztes Jahr», ebenso bei Coop. Auch die meisten anderen befragten Detailhändler geben an, dass sie ein Verkaufsvolumen etwa im Rahmen der Vorjahre erwarten.

Die Angst der Menschen, den Gürtel demnächst enger schnallen zu müssen, ist derzeit jedoch allgegenwärtig. «Wenn die gefühlte Inflationsrate steigt, wird der Preis für die Konsumenten wichtiger. Darum kann es sein, dass diese Schnäppchentage gerade in der aktuellen Situation an Bedeutung gewinnen», so Mügeli.

Konzentration auf Schnäppchentag

Das könnte sogar dazu führen, dass der Black Friday noch beliebter sein wird als in früheren Jahren. Denn er dürfte davon profitieren, dass die Menschen in der aktuellen Situation vermehrt Jagd machen auf die günstigsten Angebote – und dafür extra ihre Käufe aufsparen. Das führt zu einer Konzentration auf den Black Friday.

«Wir rechnen damit, dass viele Kundinnen und Kunden gerade mit grösseren Anschaffungen die Aktionstage abwarten in der Hoffnung, ein Schnäppchen zu machen», heisst es bei den Coop-Töchtern Microspot und Interdiscount. Und auch bei Aldi Suisse kann man sich vorstellen, «dass der eine oder die andere mit der Anschaffung eines neuen Fernsehgerätes oder einer Kaffeemaschine vielleicht schon länger zugewartet hat».

Die Zahlen sprechen ebenfalls dafür: So liefen die Verkäufe im Detailhandel im Oktober eher unterdurchschnittlich, was darauf hindeutet, dass viele mit dem Shoppen bis in einer Woche warten. Aber auch in den Jahren davor haben sich die Einkäufe im Herbst immer mehr auf den Black Friday verlagert. Und auch das Weihnachtsgeschäft, das meist etwa zwei Wochen vor Weihnachten stark anzieht, verschiebt sich immer mehr nach vorne in Richtung Black Friday.

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