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Montag, Mai 27, 2024

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Eine deutsche Signa-Tochter aus dem Imperium von René Benko ist insolvent

Ist das der Beginn des Zusammenbruchs der Handels- und Immobiliengruppe von René Benko, oder gehört die Massnahme zur notfallmässigen Neustrukturierung? In Berlin hat jedenfalls eine Tochter von Signa Prime am Freitag Insolvenz beantragt.

Die Krise um die stark verschachtelte Signa-Gruppe des österreichischen Immobilieninvestors René Benko scheint sich kurz vor dem Wochenende zu verschärfen. Am späten Freitagnachmittag meldete «Spiegel Online», dass eine erste Firma aus dem Geflecht der Gruppe von weit über 1000 Firmen in die Insolvenz gerutscht sei.

Die Signa Real Estate Management Germany habe am Freitagnachmittag in der deutschen Hauptstadt beim Amtsgericht Charlottenburg einen Antrag auf Konkurs gestellt, heisst es. Die Firma ist eine deutsche Tochter der Signa Prime Selection, über die Benko und Mitinvestoren teilweise erstklassige Immobilien halten, beispielsweise das Berliner Luxuskaufhaus KaDeWe. Der Aufsichtsrat von Signa Prime Selection soll am Nachmittag zu einer Krisensitzung zusammengekommen sein. Eine Stellungnahme des Unternehmens gab es nicht.

Insolvenzanträge für mehrere Töchter in Vorbereitung?

Bereits am Freitagmittag hatten mehrere Medien darüber berichtet, dass die Signa-Gruppe für mehrere Tochtergesellschaften Insolvenzanträge vorbereiten würde. Beobachter interpretierten das dahingehend, dass Dachgesellschaften wie Signa Prime gegenwärtig kaum oder nicht mehr in der Lage seien, Tochterfirmen mit ausreichend Liquidität zu versorgen.

Die jüngste Meldung passt zu Berichten, wonach die Signa-Gruppe sowie der von ihr engagierte Sanierungsexperte Arndt Geiwitz neues Kapital suchen. Die Rede ist von bis zu 600 Millionen Euro, die mit freien Vermögenswerten der Immobiliengesellschaft Signa Prime besichert werden sollen. Die Zeitnot ist auch deshalb gross, weil Ende November eine Anleihe von 200 Millionen Euro fällig wird.

Zudem müssen die verschiedenen Gesellschaften der Gruppe laufende Ausgaben finanzieren, beispielsweise für Mieten und Löhne. Laut Medienberichten besteht bis Mitte 2024 ein Bedarf an etwa 1,5 Milliarden Euro. Insgesamt soll die Signa-Gruppe Schulden in Höhe von etwa 15 Milliarden Euro aufweisen.

Extrem verschachtelte Gruppen-Struktur

Die Dachgesellschaft Signa-Holding teilt sich auf in zwei Hauptgesellschaften, die Signa Real Estate und die Signa Retail. In der Real Estate befinden sich unter anderem die Tochtergesellschaften Prime Selection für Bestandesimmobilien sowie die Development Selection für Immobilienentwicklungen.

Die Signa Retail wiederum umfasst unter anderem die Department Store Group, in der die seit Jahren angeschlagene Warenhauskette Galeria Karstadt Kaufhof geführt wird. Signa hat der Galeria 200 Millionen Euro an Liquidität zugesagt, wovon eine erste Tranche im März fällig sein soll.

Die gesamte Struktur des Signa-Konglomerats ist sehr komplex und von aussen schwer zu durchschauen. Es ist völlig unklar, welche Einheiten welche Verbindlichkeiten aufweisen und inwieweit sich verschiedene Signa-Gesellschaften untereinander Geld geliehen haben.

Konkurs der Sporthandelsplattform

Die nun vermeldete Insolvenz wäre die erste aus dem Handels- und Immobilienteil des Konzerns. Allerdings hatten vor wenigen Wochen bereits die Sporthandelsplattform Signa Sports United, an der die Familie-Benko-Privatstiftung über mehrere Zwischenfirmen 48 Prozent hält, und mehrere ihrer Tochtergesellschaften Insolvenz angemeldet.

Laut dem deutschen Unternehmensregister handelt es sich bei der Signa Real Estate Management Germany um einen zentralen Dienstleister für das Immobiliengeschäft in Deutschland. Im Jahr 2021 hatte sie 15o Angestellte. Selbst hält sie aber keine Beteiligungen an Immobilien.

Sourcenzz
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