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Freitag, Februar 23, 2024

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IT, Digitalisierung, Logistik, Transport: Im Departement Operations testet der MGB ein neues Prinzip. Teilzeit wird die Norm.

So motiviert die Migros Frauen, Papis oder Frühpensionierte für IT-Jobs

Was verbindet einen SAP Security Specialist mit einer System Engineer oder einem Servicenow Solution Engineer oder einer Application Manager? Das Pensum. Zumindest bei Migros.

Der Migros-Konzern schreibt alle IT-Stellen seit Ende letzter Woche gleich aus – nämlich mit einem Beschäftigungsgrad von 60 bis 100%.

Denn das Departement Operations des MGB testet derzeit dieses neue Muster. „Migros Operations nimmt Diversity ernst“: So erklärte Rainer Baumann das neue Prozent-Prinzip via Linkedin. „Damit wollen wir die Vereinbarkeit von Beruf und Privatem noch besser ermöglichen.“ Baumann ist Mitglied der Generaldirektion des MGB und leitet das Departement Operations, dem Bereiche wie Informatik, Logistik, Transport und Analytics unterstehen.

Als interessierte Zielgruppe nannte er die berufstätige Grossmutter, die 2 Tage mit den Enkelkindern verbringen möchte, oder den Bergsteiger, der 15 Wochen pro Jahr in SAC-Ämter investieren möchte.

„Ein Startprojekt“

Erwähnenswert ist der Versuch erstens, weil das Migros-Department Operations mit rund 1000 Angestellten zu den grössten IT- und Technologie-Arbeitgebern der Schweiz gehört. Und zweitens, weil das 60/100-Modell ein Testlauf für den ganzen M-Konzern ist. „Die Umsetzung im Bereich Operations ist ein Startprojekt und dient auch dazu, Erfahrungswerte zu sammeln, die wir für eine mögliche Ausweitung dieses Modells in andere Bereiche des MGB nutzen können“, sagt Mediensprecher Patrick Stöpper.

Eine Absicht dabei sei dabei auch, „für viele Talente spannende berufliche Optionen in einem tieferen Pensum“ zu bieten. Und das Departement Operations habe viele Funktionen, die sich gut dafür eignen.

Teilzeit als Pluspunkt

Tatsächlich ist die Idee in der Theorie überzeugend, doch der Erfolg entscheidet sich im Detail. Die konsequente Anpassung der Pensen auf die Wünsche der Bewerber erfordere ein systematisches Vorgehen, um mögliche Hindernisse zu vermeiden, sagt Thibaud de Balby. Er ist Manager und Spezialist für Technology-Recruitment bei der Personalberatungsfirma Michael Page. Beispielsweise müsse man mit periodischen Unterbesetzungen und Schwierigkeiten bei der Terminierung von Sitzungen und der Koordination von Projekten umgehen können.

Es sei auch unsicher, ob die konsequente Ausschreibung zu 60-100% automatisch zu mehr Bewerbungen führt, meint der Arbeitsmarkt-Experte: „Tatsächlich fragen nur wenige IT-Bewerbende nach einer Teilzeitbeschäftigung, auch wenn dies immer ein Pluspunkt sein kann“, so Thibaud de Balby. „IT-Bewerbende sind viel sensibler beim Thema Homeoffice oder bei flexiblen Arbeitszeiten. Gerade in der ICT-Branche ist es wichtig, diese Präferenzen zu erkennen, da es sich hier um einen typisch kandidatenorientierten Rekrutierungssektor handelt.“

Laut dem Swiss Job Index von Michael Page bildet die ICT-Branche mit 14% aller ausgeschriebenen Jobs die grösste Kategorie der Stellenangebote.

Die Personalnot zur Teilzeittugend macht auch die SBB: Auch sie schreibt seit September die meisten Stellen in einem 60-100%-Pensum aus. Noch sind Lokführer und Zugverkehrsleiter in Ausbildung sowie Funktionen im Topkader von dieser Regelung ausgenommen – „aus koordinativen Gründen“, so die Mitteilung.

Teilzeit = motiviert

Motiviert zum Teilzeit-Prinzip wurde das SBB-Management durch eine Studie, den die Universität Zürich in ihrem Auftrag erarbeitet hatte. Das Resultat: Mitarbeitende in Teilzeit sind nicht nur loyal und motiviert, sondern sie arbeiten auch effizient. Zudem helfe ein gutes Teilzeitangebot den Firmen, dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.

„Als viertgrösste Schweizer Arbeitgeberin ist die SBB in unterschiedlichen Bereichen – vom Handwerk, über die Berufe in den Zügen und an den Bahnhöfen, im Engineering, in der IT, im Bereich Immobilien und bis in die Verwaltung – auf motivierte und qualifizierte Mitarbeitende angewiesen“, so die Erklärung zum neuen 60/100-Prinzip.

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