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Mittwoch, Mai 22, 2024

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Zalando kündigt massiven Stellenabbau an

Nach einem enormen Corona-Boost hat Zalando mit Inflation und Konsumzurückhaltung zu kämpfen. Und zieht Konsequenzen: Der Online-Händler streicht hunderte Stellen - auf allen Management-Ebenen.

Das geht aus einem internen Schreiben der beiden CEOs Robert Gentz und David Schneider an die Belegschaft hervor, das der TextilWirtschaft vorliegt. „Die starke Kultur und Gemeinschaft von erstaunlichen Talenten, gepaart mit Zalandos unternehmerischer Vision hat uns persönlich immer sehr viel bedeutet. Deshalb fällt es uns auch so schwer, Euch heute diese Nachricht mitzuteilen. Wir haben beschlossen, ein Programm zu starten, mit dem wir mehrere hundert Stellen in vielen unserer Teams streichen werden“, lauten die ersten Zeilen des Schreibens. „Das ist eine sehr harte, aber notwendige Entscheidung, um uns auf die in der Zukunft liegenden Herausforderungen und Chancen vorzubereiten.“ 

Zalando Co-CEO Robert Gentz. Quelle: Textil Wirtschaft

„Über die letzten Jahre sind einige Teile unseres Unternehmens zu stark gewachsen“, schreiben Gentz und Schneider. „Wir haben ein Komplexitätslevel erreicht, dass unsere Fähigkeit schnell zu reagieren beeinflusst hat.“ Die Mitarbeiterzahl stieg – getrieben von rasantem Umsatzwachstum – von 2020 bis 2021 von knapp 14.200 auf rund 17.000. 

Welche Bereiche betroffen sind, wisse der Vorstand selbst noch nicht, schreibt er. Nur so viel: Vorrangig gehe es um Stellen in der Verwaltung, auch auf Führungsebene. Nicht betroffen dagegen sind Mitarbeiter in den Logistikzentren, dem Kundendienst, den Outlets und bei Zalando Studios, wo unter anderem die Produktfotos für Zalando und Dritte entstehen. Die Beratungen mit den Arbeitnehmervertretern würden „unverzüglich beginnen“.

Noch im August vergangenen Jahres hieß es, Zalando werde trotz Umsatzminus keine Arbeitsplätze abbauen. Während andere Tech-Konzerne wie Amazon, Klarna, Shopify und Google bereits Stellen abgebaut haben oder Entlassungen planten, verkündete Gentz, er wolle die Zahl der Mitarbeiter konstant halten und an anderen Positionen sparen. „Als Unternehmer sollte man Personalabbau nie kategorisch ausschließen. Wir gehen aber davon aus, dass wir die Zahl der Mitarbeiter:innen in etwa auf dem derzeitigen Niveau halten werden. Wir haben seit Anfang des Jahres das Tempo bei den Neueinstellungen verlangsamt, investieren in unsere bestehenden Mitarbeiter:innen und stellen selektiv ein, um strategisch wichtige Initiativen zu unterstützen“, sagte damals eine Sprecherin auf explizite Nachfrage der TextilWirtschaft.

Aber: Auch Zalando wurde hart von den Auswirkungen des Krieges, der Inflation und der abflachenden Online-Dynamik getroffen. Im ersten Quartal ging der Umsatz um 1,5% auf 2,2 Mrd. Euro zurück. Der erste Umsatzrückgang in der Unternehmensgeschichte. Zudem rutschte Zalando in die roten Zahlen. Im zweiten Quartal schreibt Zalando wieder schwarze Zahlen. Der Umsatz ist jedoch erneut gesunken, um 4% auf 2,6 Mrd. Euro. Keine einfache Umstellung für ein Unternehmen, das seit 2014 jedes Jahr um etwa 25% gewachsen ist.

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